Welt und Wild

Allgemein

Auch wenn mich keiner fragt: Ich glaube nicht, dass es eine besonders gute Idee ist, ein Land ein- beziehungsweise auszumauern. Gerade an Grenzen, wo verschiedene Kulturräume sich berühren und vermischen, entstehen spannende neue Ideen. Chili con Carne ist eine davon. Obwohl der Hackfleischeintopf mit Mexico assoziiert wird, ist er das offizielle „state dish“ von Texas. Ein feurig-scharfes Chili aus regionalem Reh und Wildschwein schmeckt aber auch zur matschigen Schneeschmelze in Thüringen – und es verträgt sich wunderbar mit dem süßlichen Geschmack der einheimischen Pastinake. Ich habe gleich ein bisschen mehr von dem interkulturellen Wild-Chili gemacht und den Rest eingekocht. Für schlechte Zeiten, oder für faule Tage.

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zwei Zwiebeln, gewürfelt
drei Knoblauchzehen, fein gehackt
hocherhitzbares Olivenöl
1000 g Wildhack, ich habe Schulterblatt von Sau und Reh halb und halb genommen
500 ml Wildfond
Zwei Dosen Tomaten
eine Tube Tomatenmark
je eine rote, grüne und Gelbe Paprika, grob gewürfelt
zwei bis drei Pastinaken, gewürfelt
zwei bis drei Frühlingszwiebeln, in Ringen
zwei Dosen Bohnen
Tabasco
Chilischoten
Paprikapulver edelsüß
frischer Oregano
Bitterschokolade
eine Handvoll Kirschtomaten, halbiert

Zwiebeln und Knoblauch in dem Öl glasig dünsten. Das Fleisch durch den Wolf lassen oder in kleine Würfel schneiden,
dazugeben und scharf anbraten. Wenn es zu grauen Krümeln zerfallen ist, mit dem Fond ablöschen und Tomaten, Tomatenmark, Paprika, Frühlingszwiebeln und Pastinaken dazugeben, alles mindestens ein Stunde bei kleiner Hitze köcheln lassen. Bohnen dazugeben und einrühren und den Eintopf mit Chilischoten, Paprikapulver, Tabasco, Oregano und etwas Bitterschokolade oder Honig scharf abschmecken, zuletzt die Kirschtomaten untermischen.

 

 

 

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Portrait Fabian Grimm
Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben. Ich verwerte ausschließlich Wild, egal ob Fleisch oder Fisch: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.

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