Kurzwildbret kurz gebraten

Allgemein

Ab dem ersten Mai darf wieder auf Rehböcke gejagt werden. Die jetzt trächtigen weiblichen Rehe haben aber erst im Herbst Jagdzeit, weil sie sich vorher um ihren Nachwuchs kümmern. Es ist also wichtig, genau zu unterscheiden. Das Gehörn der Böcke ist ein sekundäres Geschlechtsmerkmal und leicht zu erkennen – ideal um schnell und zuverlässig zu sehen, mit wem man es zu tun hat. Kulinarisch ist es allerdings wertlos, da es einfach aus Knochen besteht. Bei den primären Geschlechtsmerkmalen, Hoden und Penis (bzw. Kurzwildbret und Pinsel, wie Jäger sagen) ist das anders: Bühne frei für einen Wildkräutersalat mit Rehhoden!

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Was das Rezept angeht, habe ich mich mal wieder auf zumfressngern.ch umgesehen: Nüssli-Salat mit Stierhödeli klingt doch wunderbar. Statt »Nüssli« habe ich aber frische Wildkräuter verwendet, wie sie auch die Rehböcke gerne mögen.

 

zwei Rehhoden
zwei Hände Wildkräuter (Knoblauchsrauke, Sauerklee, Veilchen, Wiesenschaumkraut, Buchenkeimlinge…)
Salz
Zitronensaft

Die Hoden waschen, das Fett entfernen und die dünne oberste Haut abziehen. Für einige Minuten in kochendem Salzwasser pochieren, in etwa fünf Millimeter dicke Scheibchen schneiden, in Mehl wenden und kurz aber heftig anbraten. Mit den gewaschenen Wildkräutern anrichten, etwas Salz dazu und mit einem Sprizter Zitronensaft abschmecken. Den Gästen eventuell erst hinterher sagen, was sie gegessen haben.

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Portrait Fabian Grimm
Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben. Ich verwerte ausschließlich Wild, egal ob Fleisch oder Fisch: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.

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