Kommt Zeit, kommt Sau

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Ich habe gerade nachgesehen: das letzte mal Wildschwein habe ich auf dieser Seite Anfang August als Schnitzel zubereitet, und auch damals war es eher eine Ausnahme. Das liegt sicherlich nicht daran, dass ich die Borstentiere nicht mag. Auch nicht daran, dass ich sie eventuell zu gerne mag. Ich mag sie ungefähr auf die gleiche Art wie Rehe: ich freue mich, wenn ich sie im Wald sehe, aber mindestens genauso, wenn sie als selbsterlegtes Kotlett in der Pfanne liegen. Ich jage im Wald und im Sommer sind die Felder voller Getreide, Mais und anderer Leckerbissen, da ist es normal, dass sich die wilden Schweine nicht bei uns herumtreiben. Im Herbst wird dann geerntet und die Sauen ziehen in den Wald. Schon Anfang September habe ich eine Schublade im Gefrierschrank für ein Schweinchen freigeräumt. Fährten, Suhlen, umgegrabene Lichtungen und ein sehr (!) aufgeregter Hund  zeigen auch deutlich, dass »sie« jetzt da sind – nur eben nie da wo ich bin.
Es gibt aber wirklich schlimmeres: Alle anderen Schubladen im Froster sind prall gefüllt mit köstlichem Reh. Für mich ist es selbstverschuldete saisonale Ernährung, wenn nicht jedes Fleisch und jedes Teilstück immer in der Kühltheke bereit liegen. Ich freue mich schon sehr auf das saftige Nackensteak wenn es endlich klappt, aber ich freue mich auch, dass ich mich darauf freuen kann. Eine Weile kein Wildschweinfleisch zu haben, bedeutet einfach, es umso mehr schätzen zu lernen, außerdem gilt: »Kommt Zeit, kommt Sau!«

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Fabian Grimm von haut-gout.de zieht ein Reh aus dem Wald

Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben. Ich verwerte ausschließlich Wild, egal ob Fleisch oder Fisch: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.

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