Hachsen und Sehnen

AllgemeinRezepteSchmorfleisch

Rehe zu erlegen um ihr Fleisch zu essen, bedeutet auch, dass man sich für jedes Teilstück etwas einfallen lassen muss. Bei manchen Zuschnitten ist das einfach: der Rücken macht wenig Aufwand und geht immer weg. Auch die vom Knochen gelösten Muskeln aus dem Oberschenkel werden nicht alt, aber die am Knochen verbliebenen Hachsen, also die Waden oder Unterschenkel, sind schon etwas komplizierter. Grundsätzlich wird das Fleisch immer sehniger, je näher es an »hooves and horns« sitzt – und entsprechend durchwachsen sind die Hachsen. Kurz auf den Grill werfen oder schnell ein paar Minuten in der Pfanne anbraten funktioniert mit diesem Fleisch nicht. Egal ob Reh, Rind oder Wildschwein, die Hachsen brauchen Hitze! Lange geschmort als Ossobucco, schonend gegart im Heubett oder gewürfelt im Gulasch machen sie sich dafür um so besser: die Sehnen werden weich, lösen sich auf und ergeben eine wunderbare Sauce!
Ich habe eine Weile Hachsen im Gefrierschrank gesammelt und einen Fond nur aus Hachsen gekocht – der Herbst steht vor der Tür, da kann der Fondvorrat für Suppen, Eintöpfe und Gulasch nicht groß genug sein. Nach vier Stunden auf dem Herd war der Fond fertig, und das Fleisch der Hachsen so zart, dass es anfing sich vom Knochen zu lösen. Und sogar ausgekocht hat es noch einen intensiven Geschmack! Die vorgekochten Hachsen habe ich deshalb süßlich-scharf glasiert und gegrillt (im Ofen, wegen des Wetters…).

sechs Hachsen vom Reh
(gekocht in einem neutralen, ungewürzten Fond)
5 EL flüssiger Waldhonig
Cheyennepfeffer (gemahlen)
Eine Prise Koriander (gemahlen)

Waldhonig und Gewürze verrühren, die vorgekochten Hachsen damit einpinseln, und auf dem Grill (oder notfalls im Backofen) grillen, bis die Glasur eine knusprige Kruste bildet.

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Ich esse also Jage ich, Buch, Fabian Grimm, Haut-gout.de, Vom Jäger zum Vegetarier, Cover

Ich esse, also jage ich

Über die Gedanken und Erfahrungen, die mich zu dem Entschluss geführt haben, die Jägerprüfung abzulegen und den unerwarteten Veränderungen, die diese Entscheidung auch für andere Lebensbereiche bedeutet hat, habe ich ein Buch geschrieben

»Ich esse, also jage ich – wie ich vom Vegetarier zum Jäger wurde« ist im Ullstein Verlag.erschienen und für 16 € im Buchhandel erhältlich.

Über mich:

Ich bin Fabian Grimm, herzlich wilkommen auf meinem Blog. Ich bereite hier ausschließlich Wild zu: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.
Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben – und zeigen.

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