Essen wie ein Reh

AllgemeinBeilagenWilde Pflanzen

 

Morcheln wachsen bei uns nicht. Ich weiß nicht, woran das liegt, möglicherweise ist der Boden daran Schuld? Dagegen tun kann ich wenig, damit abfinden muss ich mich trotzdem nicht! Ich habe die Saison genutz und den ganzen April fleißig gesucht: unter Eschen sollen sie wachsen, an nicht zu trockenen Stellen und gerne da, wo Bärlauch und Schlüsselblumen zu finden sind. Jede Hunderunde führte in den letzten Wochen zu solchen Plätzen, aber der Erfolg blieb aus. Morcheln wachsen bei uns tatsächlich nicht und ich habe keine einzige gefunden.

 

 

Umsonst war die Suche aber nicht: Ich habe haufenweise Wildkräuter gefunden und verarbeitet: Wiesenschaumkraut, Gänseblümchen, Giersch, den ersten Waldmeister, Bärlauchknospen, Löwenzahn, Knoblauchsrauke und Brennnesseln… Diese feinen Kräuter schmecken nicht nur rehen, sondern auch auf einer Art Pizza: sie sind dann zusammen mit etwas Olivenöl und ein paar Krümeln Schafskäse auf einer Art dünner Focaccia gelandet.

[Für zwei Personen]

Der Teig

300 g Mehl (ich nehme gerne einen Teil Vollkornmehl?)
150 ml warmes Wasser
15 g Hefe
3 EL Olivenöl
Salz , Zucker und Pfeffer

Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde hineindrücken. Die Hefe in dem Wasser auflösen, das Öl und je eine Prise Salz und Zucker dazugeben und mit dem Mehl verrühren bis ein Teig entsteht. 30 Minuten abgedeckt gehen lassen und dünn ausrollen (oder für „richtige“, fluffige Focaccia etwa einen Zentimeter dick).

 

 

Der Belag

Wiesenschaumkraut, Gänseblümchen, Giersch, Waldmeister, Bärlauchknospen, Löwenzahn, Knoblauchsrauke, Brennnesseln… Alle gewaschen und abgetrocknet
100 g Feta

Den Teig dünn mit Olivenöl bestreichen und die Kräuter zusammen mit dem Schafskäse darauf verteilen. Blüten lege ich beiseite und gebe sie erst nach dem Backen dazu. Bei 200° etwa 10 Minuten backen bis die Kräuter und der Teig knusprig sind. Wildkräuter-Focaccia wird für mich die Grillbeilage im Sommer 2018!

 

 

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Ich bin Fabian Grimm, herzlich wilkommen auf meinem Blog. Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel.
Auf dieser Seite präsentiere ich meistens die Ergebnisse: zarte Rehsteaks, kerniges Wildschweingulasch oder Burger mit selbstgemachtem, wildem Hackfleisch – und zeige  manchmal auch die vielleicht weniger schönen Schritte auf dem Weg dorthin. Es geht um die Freude am draußen sein, um den Spaß am Selbermachen, um ehrliche, regionale Ernährung und vor allem um Tiere, die so leben können, wie sie es selbst für artgerecht halten.

„Ich esse, also jage ich“

Über die Gedanken und Erfahrungen, die mich zu dem Entschluss geführt haben, die Jägerprüfung abzulegen und über die unerwarteten Veränderungen, die diese Entscheidung auch für andere Lebensbereiche bedeutet hat, habe ich ein Buch geschrieben:

Ich esse also Jage ich, Buch, Fabian Grimm, Haut-gout.de, Vom Jäger zum Vegetarier, Cover
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