Gesammeltes Gazpacho – Haut Gôut

Gesammeltes Gazpacho

Allgemein

Der letzte Donnerstag im Monat ist reserviert für „saisonal schmeckt‘s besser“. Saison haben jetzt im Juli Tomaten, auch die auf meiner Terasse sind langsam reif. Die Dinger sind echte Geschmacksbomben, meistens wandern sie ehrlich gesagt direkt von der Rispe in den Mund…
Allerdings ist das als Rezept für einen eigenen Beitrag wohl ein bisschen zu simpel? Ich habe mich ein bisschen umgesehen, was ich aus Tomaten machen könnte – und zu den aktuellen Temperaturen passt. In Spanien bin ich fündig geworden: Gazpacho nennt man dort eine leichte Tomatensuppe, die eiskalt serviert wird. Außerdem kann die Suppe mit verschiedenen Einlagen garniert werden, für die ich mich im Wald umgesehen habe…

Vor einigen Tagen hatte ich schon erwähnt, dass das Pilzjahr 2018 eine Katastrophe ist. Normalerweise mache ich im Ende Juli meine besten Steinpilzfunde (vielleicht auch, weil noch kaum jemand sucht?), dieses Jahr habe ich wegen der Trockenheit noch keinen einzigen Steinpilz gesehen. Einen anderen Pilz habe ich aber trotzdem entdeckt: den Lungenseitling. Er ist eng mit dem Austernseitling verwandt, der im Winter wächst und auch in den Läden angeboten wird – und er schmeckt hervorragend. Da der Pilz an totem Holz wäscht, konnte er vermutlich davon profitieren, dass das modrige Substrat noch ein wenig feucht war und trotz der Dürre gedeihen? Für mich war es ein Erstfund, über den ich mich sehr gefreut habe!

Eine weitere Zutat hatte ich letztes Jahr schon einmal gefunden und für Wildschwein-Bifteki verwendet: Bärlauch-Knollen. Bärlauch ist die Wildform des „normalen“ Knoblauchs und zieht sich nach der Blüte in Knollen unter die Erde zurück bis zum nächsten Frühjahr – oder bis ich mit der Schaufel komme. Die Knollen sehen aus wie einzelne Knoblauchzehen und schmecken auch ähnlich, ein bisschen milder und etwas fruchtiger sind sie aber. Man findet sie natürlich da, wo im Frühling Bärlauch gewachsen ist, direkt unter der Erdoberfläche. Dieses Jahr sind die Knollen allerdings winzig, letztes Jahr waren sie viermal so groß. Woran das liegt, weiß ich nicht.

Als dritte wilde Zutat habe ich mich für die Blüten der Zichorie entschieden. Die Pflanze wächst bei uns überall auf den Weiden und blüht wunderschön blau. Außerdem ist die Blüte »Wegwarte« herb und bitter, aber nicht aufdringlich. Sie lässt sich hervorragend mit anderen Geschmacksrichtugnen kombinieren und sorgt für einen komplexeren Geschmack. Enge Verwandte mit einer ähnlichen Note sind der Chicorée und der Radicchio.

Ein kg reife Tomaten, gehäutet ohne Kerne
eine rote und eine grüne Paprika
zwei helle Brötchen (gewürfelt)
eine Salatgutke ohne Schale und Kerne
einige Bärlauchknollen oder eine Knoblauchzehe
200 ml kaltes Wasser
Olivenöl, Salz und Essig

Alle Zutaten grob zerkleinern und zu einem dünnfllüssigen Brei pürieren, mit Öl, Salz und Essig abschmecken. Gazpacho ist einfach!

Bärlauchknollen, Olivenöl und etwas Honig
neutrales Öl und einige Lungenseitlinge
Zichorienblüten

Die Bärlauchknollen waschen, abtrocknen und bei geringer Hitze mit einem Spritzer Ölivenöl rösten. Den Honig dazugeben und die Wurzeln darin glasieren, einzeln entnehmen und erkalten lassen. Die Lungenseitlinge grob würfeln und in wenig neutralen Öl scharf (!) von beiden Seiten anbraten – Röstaromen ist das Zauberwort. Ebenfalls erkalten lassen und mit Knollen und Blüten auf der Suppe anrichten, dazu gutes Weißbrot.

Hier entlang zu den Rezepten der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an „Saisonal schmeckt‘s besser“:

 

Jankes*Soulfood – “Green Goddess“ – Salat mit grünem Sommergemüse

trickytine / farinata di zucchine – würzige kichererbsenfladen mit zucchini

 

Kleiner Kuriositätenladen – Hechtfrikadellen | Kartoffelsalat mit dicken Bohnen und Kräutern

Münchner Küche – Pasta mit frischen Erbsen und pochiertem Ei

Küchenlatein – Dicke Bohnen in grüner Sauce

Raspberrysue – Zucchinisalat mit Walnüssen und Ziegenfrischkäse

Lebkuchennest – Kohlrabi-Apfelcarpaccio mit Traubenpickles und Kohlrabipesto

Delicious Stoires – Kohlrabi Pommes

feines gemüse – Nudelsalat mit Zucchini, grünen Bohnen und Mozzarella

Nom Noms food – Radieschen-Gurken-Erbsen-Salat mit cremig-frischem Sour-Cream-Dressing

Kochen mit Diana – Zucchini Kuchen

thecookingknitter – Tomaten-Fenchelsuppe

Feed me up before you go-go – Sommerlicher Fenchel-Pfirsich-Salat mit Büffelmozzarella

Pottgewächs – Gefüllter Kohlrabi mit Radieschensalat

Madam Rote Rübe – Gurken-Kartoffel-Salat mit Kürbiskernöl auf Eissalat

Ina Is(s)t – Süße Tomatenmarmelade mit Ingwer und Vanille

Pottlecker – Dicke Bohnen Ruhrpottschnitte

ZimtkeksundApfeltarte – Heirloom-Tomaten-Galette mit Kräuter-Ricotta

Ye Olde Kitchen – Crostini mit Gurke und Koriander

 

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Ich verarbeite ein ganzes Wildschwein.
Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben. Ich verwerte ausschließlich Wild, egal ob Fleisch oder Fisch: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.

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