Einer Ente wird die Brust ausgelöst

Unverhofft kommt …Ente

AllgemeinText

Einen Jagdhund auszubilden ist kein Hexenwerk. Ziel ist einfach, dass der Hund auf einen Befehl oder einen bestimmten Reiz immer genau das gleiche macht. Sage ich »Sitz« soll der Hund immer sitzen, brülle ich »DOWN« hat der Hund immer zu liegen und findet der Hund eine Ente, habe ich die wahrscheinlich vorher geschossen und er muss sie ins Maul nehmen und zu mir tragen. Dafür tausche ich sie zuverlässig jedes mal gegen reichlich Lob und etwas leckeres zu fressen. Der Hund unterstützt mich, wenn ich an meine Grenze stoße: er kann Fährten erschnuppern, ist schneller als ich und kann Enten im Schilf riechen und apportieren, die ich selbst nie finden würde.
Akira ist ein wunderbarer Hund und versteht solche Dinge. Sie erkennt, dass ich mich freue, wenn sie Wild hinterher rennt und bellt wenn sie ihre leuchtende Weste trägt. Sie weiß, dass ich davon weniger begeistert bin, wenn sie diese Weste nicht trägt und ich kein Gewehr mitgenommen habe – »Spaziergang« nenne ich solche nutzlosen Ausflüge.

 

Ein Jagdhund hat eine Ente gefangen

 

Das System »bekannte Situation – eingeübte Reaktion« funktioniert an sich wunderbar. Es hat manchmal aber auch seine Tücken, etwa wenn die Laufenten des Nachbarn nachts ausbrechen und, ohne dass ich es merke, plötzlich mitten im Garten stehen. Wenn Akira an so einem Morgen pinkeln gehen soll und überraschend Geflügel entdeckt, findet sie trotzdem innerhalb von Sekunden eine Lösung. „Geflügel immer zu dem Typ mit dem Futter tragen“ ist wirklich keine Wissenschaft. Ich muss danach ebenfalls eine Lösung finden, auch wenn die etwas damit zu tun hat, beim Nachbarn zu klingeln, mich wortreich zu entschuldigen, die Ente zu bezahlen und bloß nicht laut zu sagen, dass er auf sein Federvieh doch auch einfach besser aufpassen könnte. Immerhin gibt es auf so einen Schreck mittags wirklich leckere Laufente, mit so viel Fett, dass ich am nächsten Tag noch Eier darin braten kann. Ente gut, alles gut: der Vogel war sofort tot und hat nicht gelitten, Akira hat ihr Stückchen bekommen und der Nachbar wird die restlichen Enten ohnehin in einigen Wochen schlachten.

 

Laufentenkeulen in der Pfanne

 

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Grimms Wildkochbuch

Fünfzig Rezepte sind für mein ersten Kochbuch zusammengekommen, acht Tiere werden zubereitet – trotzdem ist es ein bisschen mehr als ein Kochbuch: Wenn ich ein Stück Fleisch aus dem Gefrierschrank nehme, erinnere ich mich genau daran, wo es herkommt. Bei jeder Art findet sich deshalb neben den Rezepten auch ein ausführlicher Text zu dem Jagderlebnis hinter dem Fleisch.

Ich bin Fabian Grimm, herzlich wilkommen auf meinem Blog. Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel.
Auf dieser Seite präsentiere ich meistens die Ergebnisse: Rehsteaks,  Wildschweingulasch oder Burger aus  selbstgemachtem, wildem Hackfleisch – und zeige manchmal auch die weniger schönen Schritte auf dem Weg dorthin. Es geht um die Freude am draußen sein, um den Spaß am Selbermachen, um ehrliche, regionale Ernährung und vor allem um Tiere, die so leben können, wie sie es selbst für artgerecht halten.

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