Vom Lebewesen zum Lebensmittel

Allgemein

Ein Jäger hat im Wald ein Reh erlegt. Jetzt wird er es verarbeiten.

 

Rehe sind ausgesprochen  häufig, dadurch relativ einfach zu bejagen und zu einigermaßen normalen Tageszeiten unterwegs. Die Tiere haben eine praktische Größe: auch einen starken Bock kann ich ohne weiteres alleine aus dem Wald tragen, zum Ausnehmen aufhängen und danach unkompliziert verarbeiten. Lebend bringt ein Reh vielleicht 21 Kilo auf die Waage, ausgenommen sind es noch 14 kg und ohne Fell und Knochen bleiben dann noch sechs oder sieben Kilo Wildbret. Die finden immer irgendwie noch Platz im Gefrierschrank und sind trotzdem nicht zu schnell wieder aufgegessen. Mit dem wesentlich größeren Rot- und Damwild hängen, neben dem deutlich höheren Aufwand bei der Verwertung, auch fast unausweichlich Diskussionen um »richtige« und »falsche« Erlegungen zusammen… Bei Rehen ist das alles ein bisschen entspannter. Das ist ein Grund, warum ich sie von allen Wildarten am liebsten mag – ein weiterer, dass ihr dunkles Fleisch einfach furchtbar lecker schmeckt.

Previous
Unverhofft kommt …Ente
Next
Wildschwein, Radicchio, Zwiebelringe und die Samen des Mädesüß
Fabian Grimm von haut-gout.de zieht ein Reh aus dem Wald

Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben. Ich verwerte ausschließlich Wild, egal ob Fleisch oder Fisch: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.

Beliebte Beiträge

LinkedIn