Wilde Kräuter, noch wildere Blüten

Allgemein

Frühling ist Wildkräuterzeit: Die ersten Spitzen von Knoblauchsrauke, Waldmeister, Löwenzahn schießen gerade aus der Erde. Angesichts eines Haufens frischer Kräuter, egal ob Wild oder nicht, ist es häufig die erste und einfachste Idee, sie zu hacken oder zu pürieren. Käse, Salz und Nüsse oder Pinienkerne dazu: Wildkräuterpesto! An sich eine gute Idee – aber wozu eigentlich die Arbeit?


Der große Vorteil eines solchen Pestos ist, dass das enthaltene Salz und eine dicke Schicht Öl auf den Kräutern dafür sorgen, dass sie nicht verderben. Auch das ist an sich eine gute Idee, aber eben nicht nötig, wenn die Kräuter überhaupt nicht gelagert werden sollen – oft wandern sie bei mir schon kurz nach der Hunderunde auf den Tisch. Mit frischen Kräutern und Blüten mache ich es mir deshalb noch einfacher: Statt das Grünzeug zu pürieren, zupfe ich es nur grob über einen Teller Nudeln. Statt Olivenöl verwende ich lieber Butter, in der ich einige gehackte Nüsse röste, aber Parmesan und Salz dürfen trotzdem auf keinen Fall fehlen.

Nudeln:
Die Nudeln habe ich selbst gemacht und es hat gut geklappt, mein ganzer Stolz. Das sind allerdings noch erste Gehversuche, dabei hilft mir dieses fantastische Buch (#Werbung und ehrliche Empfehlung, aber unbezahlt und unbeauftragt)

200g Weizenmehl (Weil aktuell nicht alle Mehlsorten einfach zu bekommen sind habe ich „Pizzamehl“/Typo 00 verwendet. Von den deutschen Mehlen sollte Typ 405 dem am nächsten kommen)
200 g Hartweizengrieß
4 Eier
evtl. ganz wenig Wasser

Mehl und Grieß sieben und mit den Eiern zu einem schweren Teig verkneten. Mindestens zehn Minuten kneten, luftdicht verpacken und eine Stunde kalt stellen. So dünn wie möglich ausrollen und in schmale Streifen schneiden, ich habe eine Nudelmaschine verwendet. Falls der Teig noch reißt, mit angefeuchteten Händen kneten, bis er etwas geschmeidiger wird.

Die frischen Nudeln in kochendem Salzwasser nur kurz Minuten kochen, bis sie an die Oberfläche steigen.

Kräuter:
2 Hand voll Knoblauchsrauke
1 Hand voll Waldmeister (!)
1 Hand voll Sauerklee
oder 1 Hand voll Löwenzahn
oder 1 Hand voll …
Ein paar essbare Blüten etwa von Veilchen, Huflattich, Wiesenschaumkraut (scharf), wo erlaubt auch Schlüsselblume…
2 EL Butter
5 EL Nüsse, gehackt
Pecorino oder Parmesan, gerieben
Salz, Pfeffer

Die Kräuter und Blüten sammeln und waschen, größere Blätter in Stücke zupfen. Arten und Anteile können schwanken. Fast unverzichtbar ist für mich etwas Waldmeister, der fruchtig-süße Geschmack überrascht ein bisschen und macht das Gericht deshalb viel interessanter.
(Weil ich mal wieder Post bekommen habe, ich würde giftige Pflanzen essen und auch andere dazu verführen, an dieser Stelle der Hinweis: Waldmeister/Cumarin ist besser als sein offenbar bei manchen zweifelhafter Ruf. Das sage nicht ich, sondern die Pharmazeutische Zeitung bzw. Prof. Dr. Dieter Löw. Und nein, dass bedeutet nicht, dass ich vorschlage, dass irgendwer sich ab sofort und für die nächsten Jahrzehnte ausschließlich von mehreren Kilo Waldmeister am Tag ernähren solte und mich dafür verantwortlich machen darf.)

Die Butter in einer Pfanne zerlassen und die gehackten Nüsse bei geringer Hitze vorsichtig rösten. Währenddessen die Nudeln kochen und den Käse zerbröckeln. Alles anrichten, mit Butter, Nüssen, Salz und Pfeffer abschmecken. Die Blüten auf die Teller verteilen.

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Ich esse also Jage ich, Buch, Fabian Grimm, Haut-gout.de, Vom Jäger zum Vegetarier, Cover

Ich esse, also jage ich

Über die Gedanken und Erfahrungen, die mich zu dem Entschluss geführt haben, die Jägerprüfung abzulegen und den unerwarteten Veränderungen, die diese Entscheidung auch für andere Lebensbereiche bedeutet hat, habe ich ein Buch geschrieben

»Ich esse, also jage ich – wie ich vom Vegetarier zum Jäger wurde« ist im Ullstein Verlag.erschienen und für 16 € im Buchhandel erhältlich.

Über mich:

Ich bin Fabian Grimm, herzlich wilkommen auf meinem Blog. Ich bereite hier ausschließlich Wild zu: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.
Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben – und zeigen.

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