Ich muss das Verarbeiten II

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»Ich muss das verarbeiten«, zweiter Teil

Wie schon im ersten Teil der losen Serien »Ich muss das verarbeiten« möchte ich über Dinge sprechen, die mir durch den Kopf gehen, wenn ich auf der Jagd bin und meine Beute verarbeite. Damals habe ich darüber nachgedacht, ob man auf der Jagd »dem Wild eine Chance lassen« kann, wie es oft behauptet wird. In diesem zweiten Teil beschäftige ich mich mit den Bildern, die Jägerinnen und Jäger von ihrer Tätigkeit aufnehmen und posten – und der Frage, wie das das Bild der Jagd in der Außendarstellung beeinflusst.

Hintergrund für die Serie ist, dass ich die von mir erlegten Rehe noch im Revier zuschneide. Erlegen, ausnehmen, das Fell abziehen und zerteilen ist ein Arbeitsgang. Wenn ich mit meiner Arbeit beginne, ist das Tier noch ein Lebewesen: Warm, mit glänzenden Augen und streichelweichem Fell. Eine halbe Stunde später trage ich einige Kilo Fleisch in Tüten zum Auto.

Ich habe angefangen im Revier zuzuschneiden, weil ich mir die doppelte Fahrt zum Kühlraum sparen wollte: hinbringen, dann nach Hause, einige Tage später wieder los zum Abholen… Dafür säße ich insgesamt mindestens eine halbe Stunde im Auto – da kann ich das Reh auch einfach vor Ort verarbeiten und Kilometer sparen. Wer mehr zur Nassreifung erfahren möchte, liest bitte hier weiter.
Schnell habe ich aber gemerkt, dass die zusätzlichen Minuten im Wald mir auch ein bisschen Zeit geben, das gerade Erlebte zu verarbeiten. Statt mich auf den Verkehr konzentrieren zu müssen, bin ich mit meiner Beute noch eine Weile allein. Die Eindrücke sind noch frisch, und da ich fast immer am frühen Morgen jage, beginnt im Wald um mich herum langsam der neue Tag. Eine besondere Stimmung. Der praktisch-technische Teil der Aufgabe ist längst Routine, die Hände arbeiten von selbst und die Gedanken haben Freigang.