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Wild kann man grillen!

Feuer, Wild, kein Schnick-Schnack

AllgemeinKurzbraten und GrillenText

Wild kann man grillen! An und für sich ist das nicht überraschend. Vor ein paar tausend Jahren war es vermutlich selbstverständlich Tiere zu fangen, in die Höhle zu schleifen und auf einem Feuerchen zu garen. Leider ist das ein bisschen verloren gegangen, und jedes Jahr wieder höre ich die ungläubige Frage: „Wild auf dem Grill, das geht?“ Ja, das geht. Das geht sogar sehr einfach und nein, es wird nicht trocken. Man kann das Fleisch aufwändig marinieren, mit Rubs einreiben, in Bacon wickeln, mit Mozarella füllen, smoken und was den Grillherstellern zur Zeit noch so alles einfällt. Ich mache das auch gelegentlich, und mariniere zum Beispiel mit Kirschsaft oder mit Holunderblütensirup. Aber wenn jetzt an den ersten warmen Tagen der Grill wieder ausgegraben wird, braucht es nicht mehr als Salz, vielleicht noch Pfeffer und vor allem ein richtig gutes, perfekt gegartes Stück Wildfleisch!

Egal welche Wildart: Zum kurz auf den Grill werfen eignen sich Teilstücke aus der Keule, oder der vom Knochen gelöste Rückenmuskel. Bei mir gab es am Wochenende die Unterschale vom Reh und ein Stück Rücken vom Frischling.

Ein Steak vom selbstgeschossenen Reh, kurz gegrillt mit rosa Kern. Willd kann man Grillen!

Das Fleisch von Rehen und Hirschen grille ich wie Rind. Ich selbst grille zwar kein Rind, weil ich einen Riesenärger bekomme, wenn ich eines erlegen würde, aber ich weiß wie die meisten Menschen es machen: Zuerst bekommt das Fleisch richtig Feuer, dicht über einem Haufen glühender Kohle. Wenn beide Seiten eine Kruste haben, lege ich es an ganz den Rand des Rostes, dort darf es einige Minuten ziehen. Gegrillt wird das Fleisch am Stück, aufgeschnitten erst zum Schluss: So bleibt das Steak saftig, und behält einen hellrosanen Kern.
Wildschwein grille ich wie Hausschwein: bei weniger Hitze, dafür etwas länger, bis es ganz durchgegart ist. Weil die Wildtiere langsam wachsen können, sich vielseitig ernähren und viel bewegen, schmeckt das Fleisch wunderbar intensiv – mehr als etwas Salz und Pfeffer ist da eigentlich schon zu viel des Guten.

 

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Bolognese für Barbara Hendricks

AllgemeinTextWildhack

Die Bundesumweltministerin Barabara Hendricks hat angewiesen, dass auf Veranstaltungen ihres Hauses weder Fisch noch Fleisch auf den Tisch kommt. So weit, so vegetarisch. Eine Ausnahme gibt es dann aber doch! In einer Mitteilung des Ministeriums heißt es wörtlich: »Wenn wir demnächst in der Wahner Heide bei Köln den großen Erfolg des Naturschutzprojekts Nationales Naturerbe“ feiern, wird es dort ganz zünftig zugehen – Wildfleisch inbegriffen.«

Kein Rind aus Weidehaltung, keine Bioforelle und kein Zweinutzungshuhn, nein, Wildfleisch aus der Region soll es sein. Das freut mich. Wer zu mir eingeladen wird, bekommt auch Wild auf den Teller. Für mich ist Wildbret noch hochwertiger als Fleisch mit allen Siegeln und Zertifikaten. Beim Thema »Artgerechtigkeit« sind Reh, Wildschwein und co. Trumpf: Wildtiere leben frei und selbstbestimmt in der Kulturlandschaft. Sie folgen ihren natürlichen Instinkten, die sie im Laufe der Evolution entwickelt haben. Sie ernähren sich von dem, was sie zu den verschieden Jahreszeiten finden – im Sommer und Herbst ist die Auswahl groß, im Winter dafür umso geringer. Reviere werden abgesteckt, verteidigt und wieder aufgegeben, Nachwuchs wird geboren, aufgezogen und geht eigener Wege. Wildtiere haben kein leichtes Leben: Krankheiten und Verletzungen werden nicht behandelt. Ist ein Frühjahr besonders nass und kalt, gehen viele Jungtiere kurz nach der Geburt wieder ein. Nur die stärksten, gesündesten überleben und pflanzen sich fort.

Wer Wildfleisch essen möchte, muss es erjagen. Der Schuss tötet das Tier überraschennd und schnell, oft hört es nicht einmal mehr den Knall. Wildtiere wachsen langsam und haben viel Bewegung, das merkt man auch an ihrem Fleisch. Es ist dunkelrot und mager, intensiv im Geschmack und erstaunlich zart. Ich bin stolz, als Jäger ein so großartiges Produkt erzeugen zu können!

Für Barbara Hendricks würde ich Spaghetti mit Wild-Bolognese kochen. Das kommt erfahrungsgemäß immer gut an, und zeigt, dass Wild genau so kompliziert oder einfach zuzubereiten ist, wie jedes andere Fleisch auch.

 

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Ich esse, also jage ich

Über die Gedanken und Erfahrungen, die mich zu dem Entschluss geführt haben, die Jägerprüfung abzulegen und den unerwarteten Veränderungen, die diese Entscheidung auch für andere Lebensbereiche bedeutet hat, habe ich ein Buch geschrieben

»Ich esse, also jage ich – wie ich vom Vegetarier zum Jäger wurde« ist im Ullstein Verlag.erschienen und für 16 € im Buchhandel erhältlich.

Über mich:

Ich bin Fabian Grimm, herzlich wilkommen auf meinem Blog. Ich bereite hier ausschließlich Wild zu: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.
Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben – und zeigen.

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