Warum jage ich?

Ich bin Fabian Grimm, 33 Jahre alt und ich bin Jäger. Das war mal anders – viele Jahre war ich überzeugter Vegetarier. Nichts essen was Augen hat, die Tiere einfach mal in Ruhe lassen, Fleisch ist Mord – das ganze Programm. Inzwischen habe ich ein Gewehr, einen Jagdhund und schreibe auf dieser Seite seit knapp fünf Jahren darüber, wie ich Wildschweine, Rehe und anderes Wild erlege, zubereite und schließlich mit großem Genuss aufesse.

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Ich esse, also jage ich

Jäger zu sein bedeutet für mich, mir meine Lebensmittel selbst zu erarbeiten und mich intensiv mit Lebensraum und Lebensrhythmus der Wildtiere zu beschäftigen. Es ist herrlich, so viel Zeit im Wald zu verbringen und zu versuchen, sich in das Wild hineinzufühlen um sein Verhalten immer besser zu verstehen. Außerdem wandern so fast wie von selbst Wildkräuter, Früchte, Pilze und Beeren in die Küche.

Tiere esse ich also wieder, sogar ausgesprochen gerne – wenn ich sie selbst getötet und verarbeitet habe. »Verantwortung für die eigene Ernährung übernehmen« funktioniert für mich am besten, wenn ich mir die Hände selbst schmutzig mache und mich nicht nur auf Siegel und Zertifikate verlasse. Gerade bei Fleisch ist es mir wichtig wirklich zu verstehen, wo es herkommt. Das Thema ist so komplex, dass es an dieser Stelle den Rahmen spregen würde, alle Gedanken auszuführen, die ich mir auf dem Weg vom Vegetarier zum Jäger gemacht habe – ich habe sie deshalb in ein Buch gepackt und „Ich esse, also jage ich“ geschrieben.

Vom Lebewesen zum Lebensmittel

Jäger zu sein heisst auch, Beute zu machen. Das klappt nicht immer, und es gibt Leute, die deutlich mehr Ahnung von der Jagd haben als ich. Aber: Auch ein blindes Huhn trinkt mal ’n Korn. Etwa bei jedem fünften Versuch gelingt es mir, ein Tier zu erlegen. Vor mir liegt dann ein totes Lebewesen und eine große Aufgabe: Mache ich beim Ausnehmen, während der Fleischreifung oder beim Zerteilen einen Fehler, beeinträchtigt das die Fleischqualität unter Umständen enorm. Ich versuche das komplette Tier vom Lebewesen zum Lebensmittel zu verarbeiten – aber welches Teilstück ist für welche Zubereitungsmethode geeignet? Warum muss man die Hachse anders zubereiten als das Filet? Wie gelingt es, das optimale Geschmackserlebnis aus jedem Zuschnitt herauszukitzeln? Und wie kann ich auch die unbeliebteren Stücke wie Herz, Hirn oder Hoden sinnvoll verwerten? Es macht Freude, Antworten auf diese Fragen zu suchen.

Warum ein Blog?

Wildfleisch ist ein fantastisches Lebensmittel. Die Tiere wachsen langsam, mit viel Bewegung, abwechslungsreicher Nahrung und einfach genau so, wie sie selbst es für »artgerecht« halten. Bei Nutztieren ist das in der Regel leider anders, und diesen Unterschied schmeckt man: Jede Wildart hat ihren eigenen, feinen Geschmack der sich mit den Jahreszeiten, dem Lebensalter und der Ernährung des einzelnen Tieres in Nuancen immer wieder verändern kann. Ich beschäftige mich intensiv mit der Zubereitung und Verarbeitung und tausche gerne mit anderen Jägerinnen und Jägern, Freunden und Bekannte Ideen und Rezepte aus. Ich freue mich auf Anregungen und Erfahrungen!

Ein Jäger hat im Wald ein Reh erlegt. Jetzt wird er es verarbeiten.