Warum ich jage

Dank David Seitz von Schlaraffenwelt kann man sich einen kurzen Film zu Gemüte führen, der das ganze eigentlich viel besser auf den Punkt bringt als der lange Text unten…

 

 

Viele Jahre war ich überzeugter Vegetarier. Nichts essen was Augen hat, die Tiere einfach mal in Ruhe lassen, Fleisch ist Mord – das ganze Programm. Inzwischen habe habe ich ein Gewehr, einen Jagdhund und schreibe seit drei Jahren darüber, wie ich Wildschweine und Rehe erlege, zubereite und mit großem Genuss aufesse. Ein Widerspruch ist das für mich nicht: Zu leben bedeutet Leben zu nehmen, oder Leben zu verdrängen und unmöglich zu machen. Jede geerntete Pflanze wird getötet und jede Ackerfläche steht nicht als Habitat zur Verfügung.  Selbst eine vom Boden gesammelte Frucht fehlt in der Nahrungskette.Nicht nur eine fleischliche Ernährung bedingt es zu töten, sondern überhaupt zu leben verhindert immer auch anderes Leben. Jedes Leben befindet sich in einer Konkurrenzsituation zu anderem Leben, da alle Ressourcen begrenzt sind. Darwin nannte das »survival of the fittest«, und fand in diesem Prinzip die Grundlage seiner Evolutionstheorie. Gerade deshalb ist ein ethischer Anspruch an die eigene Nahrung und ihre Erzeugung gut und wichtig – der Verzicht auf Fleisch für mich aber nicht mehr die einzige oder beste Lösung.

Tiere esse ich also wieder, sogar ausgesprochen gerne – wenn ich sie selbst getötet und verarbeitet habe. Verantwortung für die eigene Ernährung zu übernehmen, funktioniert für mich nur so, dass ich mich nicht nur auf Siegel und Zertifikate verlasse, sondern mir ganz buchstäblich selbst die Hände schmutzig mache.

Jagd bedeutet für mich, mir meine Lebensmittel selbst zu erarbeiten und mich intensiv mit Lebensraum und Lebensrhythmus der Wildtiere zu beschäftigen. Es ist herrlich, so viel Zeit im Wald zu verbringen und zu versuchen, sich in das Wild hineinzufühlen um sein Verhalten immer besser zu verstehen. Ganz nebenbei wandern so außerdem Wildkräuter, Früchte, Pilze und Beeren in die Küche.

Jagen heisst aber auch Beute machen. Etwa bei jedem fünften Versuch gelingt mir das. Vor mir liegt dann ein totes Tier und eine große Aufgabe: Mache ich beim Ausnehmen einen Fehler, beeinträchtigt das die Fleischqualität enorm. Später verarbeite ich das komplette Tier vom Lebewesen zum Lebensmittel. Aber welches Teilstück ist für welche Zubereitungsmethode geeignet? Wie gelingt es, das optimale Geschmackserlebnis heruaszukitzeln? Und wie kann ich unbeliebtere Stücke wie Herz, Nieren, Leber sinnvoll verwerten? Es macht Spaß, Antworten auf diese Fragen zu suchen, denn Wildfleisch ist einfach ein fantastisches Lebensmittel. Die Tiere wachsen langsam, mit viel Bewegung und artgerechter Nahrung. Das schmeckt man: Jede Wildart hat ihren eigenen, feinen Geschmack der sich mit den Jahreszeiten immer wieder verändert. Ich tausche gerne mit anderen Jägern und Jägerinnen, Freunden und Bekannte Ideen und Rezepte aus und freue mich auf eure Anregungen und Ideen!

 

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Fabian Grimm von haut-gout.de zieht ein Reh aus dem Wald

Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben. Ich verwerte ausschließlich Wild, egal ob Fleisch oder Fisch: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.

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