Schnelles Reh: mit Hummus und saisonalem Gemüse

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Rezept für Oberschale vom Reh (aus der Reh-Keule) mit Hummus, Sesam und Ofengemüse

Die lose Reihe „schnelles Reh“ habe ich begonnen, während ich im Frühjahr an »Ich esse, also jage ich« geschrieben habe. Die Arbeit war doch einigermaßen zeitaufwändig, manchmal sogar fast beinahe ein winziges bisschen anstrengend. Trotzdem wollte ich gerne regelmäßig Wild und Wildkräuter auf den Tisch bringen, und das einzige was sich dabei einsparen ließ, war Zeit.
Im Rückblick gefallen mir einige der entstandenen Rezepte eigentlich ganz gut. Schlank, simpel und reduziert – mit einem Wort: Alltagstauglich!
Ich möchte die Reihe deshalb wohl in ähnlich loser Folge fortsetzen. Auch weil schon das nächste wirklich, wirklich große Projekt ansteht…

2-3 Personen | 15 Minuten Arbeit | 30 Minuten im Ofen

Reh mit herbstlichem Ofengemüse ist ein Grenzfall: »schnelles Reh« passt, weil die eigentliche Arbeit in wenigen Minuten erledigt ist, allerdings steht das Gemüse danach eine Weile im Ofen.

Ofengemüse

3 große, festkochende Kartoffeln
Rapsöl
süßes Paprikapulver
Cayennepfeffer
1 Aubergine
½ Kürbis (Hokkaido)
2 größere Süßkartoffeln
4 Rote Beete
1 Zucchini
Eine handvoll Pfifferlinge (oder gerne auch mehr, wenn man erfolgreicher sammelt als ich)
evtl. Rosmarin oder ander frische Kräuter

Den Backofen einschalten und auf 160 °C (Ober- /Unterhitze) einstellen. Die Kartoffeln waschen und in Spalten schneiden. Mit reichlich Öl und Gewürzen in einer Auflaufform vermischen und in den Ofen geben.
Die Aubergine in Scheiben schneiden, salzen und bei Seite stellen. Kürbis, Süßkartoffeln und Rote Beete ggf. schälen und in Würfel schneiden, zu den Kartoffeln geben. Alles 30 Minuten im Ofen lassen. Die Aubergine hat durch das Salz inzwischen ordentlich Wasser verloren: abtupfen und mit der geschnittenen Zucchini, den Pfifferlingen und falls vorhanden auch Rosmarin für 10 Minuten in den Ofen geben.

Hummus

Ein Glas/Dose Kichererbsen
5 El Olivenöl
2 EL Zitronensaft
½ TL Koriander
½ TL Kreuzkümmel
½ TL Kurkuma
½ TL Cayennepfeffer
3 EL Tahin
(Salz)

Während Aubergine, Zucchini und Pfifferlinge garen alle Zutaten pürieren und mit den Gewürzen und etwas Salz abschmecken.

Reh

Eine Oberschale vom Reh (oder beide, je nach Fleischhunger)
Butterschmalz

Das Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und das Reh bei größter Hitze von beiden Seiten scharf anbraten. Zu dem fertig gegarten Gemüse in den Ofen geben, ausschalten und noch 5-10 Minuten im noch warmen Ofen ziehen lassen. Hummus auf einem Teller verstreichen, Fleisch und Gemüse darauf anrichten falls vorhanden frischen Thymian oder Oregano dazugeben und mit Sesam bestreuen.

»Ich esse, also jage ich«

Allgemein

Wie ich vom Vegetarier zum Jäger wurde

Vom Vegetarier in einer Dachgeschosswohnung in Berlin-Mitte zum Jäger mitten im Wald, dieser Weg hat einige Jahre in Anspruch genommen. Über die Gedanken und Erfahrungen, die zu dem Entschluss geführt haben, die Jägerprüfung abzulegen und den unerwarteten Veränderungen, die diese Entscheidung auch für andere Lebensbereiche bedeutet hat, habe ich ein Buch geschrieben: »Ich esse, also jage ich – wie ich vom Vegetarier zum Jäger wurde«.
Es erscheint am 27. September im Ullstein Verlag und kann hier bereits vorbestellt werden.

Ich bin jetzt fast genau so lange Jäger, wie ich zuvor Vegetarier war. Ein Widerspruch ist das für mich nicht, auch wenn der Übergang zwischen »Fleisch ist Mord« und »Heute gibt‘s Reh« seine Zeit gebraucht hat. Beide Entscheidungen finde ich nach wie vor richtig, sie sind untrennbar miteinander verknüpft – es geht mir darum, Verantwortung für meine Ernährung zu übernehmen.

»Verantwortung übernehmen«, das ist ein großes Wort. Es kann bedeuten, viel zu recherchieren, die Vorschriften für die Herstellung von Lebensmitteln und die Produktionskette bis in die Details nachzuvollziehen – und die gewonnenen Erkenntnisse beim Einkauf konsequent umzusetzen.

Ich habe großen Respekt vor Menschen, die sich das antun, aber meine Welt ist es nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich ohnehin schon weit mehr Zeit vor dem Rechner verbringe, als gut für mich ist. Von dem Versuch, lange Gesetzestexte voller Fachbegriffe zu entschlüsseln, bekomme ich Kopfschmerzen, und je mehr ich nachlese, desto weiter entferne ich mich von der Gewissheit, wie eine Ernährung aussehen musste, damit ich sie für rundum »gut« halten kann. Bei jedem Einkauf und jedem Produkt zu erforschen, wo, von wem und unter welchen Bedingungen es hergestellt wurde, klingt für mich nicht nach Vorfreude auf eine fantastische Mahlzeit, sondern nach Kontrollzwang – zumal am Ende dann oft ohnehin nur die pragmatische Entscheidung für das geringste Übel stehen kann.

Zusammen mit meiner Freundin habe ich einen anderen Weg gewählt und den Jagdschein gemacht. Jagd bedeutet für mich, mir meine Lebensmittel selbst zu erarbeiten, mir selbst die Hände schmutzig machen und mich intensiv mit dem Lebensraum und -rhythmus der Wildtiere zu beschäftigen. Dieses Gesamtpaket ist es, das mich immer wieder fasziniert und mittlerweile bin ich ein bisschen stolz darauf, dass ich Wildschweine und Rehe selbst erlegen und vom Lebewesen zum Lebensmittel verarbeiten kann. Tiere esse ich also wieder, sogar ausgesprochen gerne – wenn ich sie selbst getötet und zubereitet habe.

Fabian Grimm
»Ich esse, also jage ich«
16 Euro, 224 Seiten
ISBN-13 9783864931031

… eigentlich wollte ich Steinpilze finden.

AllgemeinPilzeRezepteSonstiges
Steinpilze, Doberniggel, Herrenpilz, Schwammerl

Ich will mich nicht beschweren: 2018 war ein miserables Pilzjahr, eine echte Katastrophe. Einen einzigen Birkenpilz habe ich entdeckt, der hatte die Trockenheit irgendwie überstanden, ansonsten – nix!
Dieses Jahr läuft es erheblich besser. Es hat immer mal ein bisschen geregnet, und wenn ich in den Wald gehe, sehe ich seit ein paar Tagen tatsächlich Pilze. Eine echte Erleichterung, ich hatte letztes Jahr ein bisschen befürchtet, dass …klicken zum Weiterlesen

Wild ist Luxus.

Text
Wildfleisch, Wildbret, Fleisch, Artgerecht, Wild, Reh, Wildschwein, Hirsch, Fleisch bewusst genißene, Vegetarier, Artgerecht ist nur die Freiheit

Wilder Alltag

Ich bestreite häufig, dass Wildfleisch ein Luxusprodukt wäre. Erzählt man mir, dass Wild ein exklusiver Genuss wäre, nur geeignet, um an Feiertagen mit einer Mischung aus Andacht und Sorgfalt so aufwändig wie möglich zubereitet zu werden, widerspreche ich sofort: »Meine Beute esse ich im Alltag, einfach so! Wildbolognese als Konserve in der Hektik des Alltags , Wildschwein auf den Rost zum Grillfest, schnelles …klicken zum Weiterlesen

Ich esse also Jage ich, Buch, Fabian Grimm, Haut-gout.de, Vom Jäger zum Vegetarier, Cover

Ich esse, also jage ich

Über die Gedanken und Erfahrungen, die mich zu dem Entschluss geführt haben, die Jägerprüfung abzulegen und den unerwarteten Veränderungen, die diese Entscheidung auch für andere Lebensbereiche bedeutet hat, habe ich ein Buch geschrieben

»Ich esse, also jage ich – wie ich vom Vegetarier zum Jäger wurde« erscheint am 27. September im Ullstein Verlag.

Über mich:

Ich bin Fabian Grimm, herzlich wilkommen auf meinem Blog. Ich bereite hier ausschließlich Wild zu: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.
Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben – und zeigen.

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