Hopfen statt Spargel

BeilagenWilde Pflanzen

Die Spargelsaison neigt sich dem Ende entgegen, gegessen habe ich dieses Jahr keinen. ZU Erinnerung: Trotz großer öffentlicher Aufregung war es im April nicht gelungen, ausreichend willige und fähige Spargel-Stecher und Erdbeer-Pflückerinnen zu finden. Meiner Meinung nach könnte man das durchaus als ähnlich überdeutlichen Hinweis darauf verstehen, wo seit Jahren die Probleme liegen, wie die Corona- Infektionen auf den Schlachthöfen : Die Arbeit zu hart, die Bedingungen zu schlecht? Die Bezahlung zu niedrig, weil die Marge zu klein ist? Ich weiß es nicht. Die Lösung war dann jedenfalls, die üblichen Wanderarbeiter trotz geschlossener Grenzen und aller Beschränkungen einzufliegen – Spargelsaison gerettet!!

Auf der Suche nach Alternativen bin ich auf Hopfensprossen gestoßen: Der Trieb der Ranke mit den ersten 2-3 Blättern ist zart, erst danach wird sie hart und holzig.  Schon optisch erinnern die abgebrochenen Hopfentriebe an grünen Spargel, verarbeiten lassen sie sich ähnlich, und auch geschmacklich machen sie etwas her. Schon seit März kann man die Ranken wild in der Nähe von Bächen und Wasserläufen ernten. Die markenten Blätter sind kaum zu verwechseln und bald werden die weiblichen Pflanzen dann auch beginnen, ihre fruchtig-herben Blüten auszubilden…

Zubereitet habe ich den „Hopfenspargel denkbar einfach, schon um den Geschmack nicht zu überdecken: Erst habe ich die Triebe eine Minute in kochendes Wasser gelegt, dann mit kaltem abgeschreckt, abgetrocknet und in einer Mischung aus Butter und Olivenöl bei geringer Hitze gebräunt. Dazu selbst gemachte Nudeln, Salz, Pfeffer und etwas guter Parmesan.

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Ich bin Fabian Grimm, herzlich wilkommen auf meinem Blog. Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel.
Auf dieser Seite präsentiere ich meistens die Ergebnisse: zarte Rehsteaks, kerniges Wildschweingulasch oder Burger mit selbstgemachtem, wildem Hackfleisch – und zeige  manchmal auch die vielleicht weniger schönen Schritte auf dem Weg dorthin. Es geht um die Freude am draußen sein, um den Spaß am Selbermachen, um ehrliche, regionale Ernährung und vor allem um Tiere, die so leben können, wie sie es selbst für artgerecht halten.

„Ich esse, also jage ich“

Über die Gedanken und Erfahrungen, die mich zu dem Entschluss geführt haben, die Jägerprüfung abzulegen und über die unerwarteten Veränderungen, die diese Entscheidung auch für andere Lebensbereiche bedeutet hat, habe ich ein Buch geschrieben:

Ich esse also Jage ich, Buch, Fabian Grimm, Haut-gout.de, Vom Jäger zum Vegetarier, Cover
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