Frühlings-Ravioli

Allgemein

Der letzte Donnerstag im April, Zeit für „Saisonal schmeckt’s besser“. Dieses Jahr sprießt, blüht und wächst alles enorm früh, frisches saisonales Gemüse zu besorgen sollte kein Problem sein. Sollte: Wie so oft in den letzten Wochen war vor ein paar Tagen, als ich die Bilder für diesen Beitrag machen wollte einiges anders. Mit jungem Spinat und Reh-Hack wollte ich Ravioli füllen, dazu sollte es dunkel geröstete, beinahe verbrannte Frühlingszwiebeln geben…

An dieser Stelle ist ein kurzer Ausflug hinter die Kulissen eines Foodblogs nötig: Natürlich poste ich nicht alles was ich esse, und auch nicht alles was ich koche. Ein Rezept für einen Beitrag bereite ich meistens zwei oder drei Mal zu, experimentiere und verfeinere und schreibe alles auf, sobald ich zufrieden bin. Eher nebenbei laufen ständig kleine, wenig zielgerichtete Versuche, von denen es leider lange nicht alle in richtige Rezepte schaffen– aktuell widme ich mich da den Sprossen und Trieben des wilden Hopfens, mal sehen was daraus wird.

Normalerweise war diese Art zu arbeiten kein Problem, weil die meisten Zutaten für einen zweiten oder dritten Versuch ohne weiteres zu bekommen waren. In den letzten Wochen war das aber leider anders, wie so vieles ein bisschen anders war. Spinat habe ich nur selten bekommen, Frühlingszwiebeln nicht in der Qualität die ich gerne gehabt hätte, und mehrere Läden oder Märkte wollte ich auch nicht unbedingt abklappern.

Aus den geplanten Frühlings-Spinat-Ravioli sind deshalb Frühlings-Wildkräuter-Ravioli geworden, mit herbem Gundermann und seinen hübschen lila Blüten statt mit Spinat in der Füllung, und mit würzigen gebratenen Bärlauchknospen statt Frühlingszwiebeln. Der Geschmack hat mich dafür aber so überzeugt, dass sogar das Hack aus dem Rezept geflogen ist.

4 Personen | 60 Minuten + Teigruhe
200g Weizenmehl (Weil aktuell nicht alle Mehlsorten einfach zu bekommen sind habe ich „Pizzamehl“/Typo 00 verwendet. Von den deutschen Mehlsorten sollte Typ 405 dem am nächsten kommen)
200 g Hartweizengrieß
4 Eier
evtl. ganz wenig Wasser

Füllung:
250 g Ricotta
Gundermannblätter
Salz und weißer Pfeffer

Ca. 40 Bärlauchknospen
4 EL Butter
4 EL Olivenöl
Gundermannblüten
Feta

Mehl und Grieß sieben und mit den Eiern zu einem schweren Teig verkneten. Mindestens zehn Minuten kneten, luftdicht verpacken und eine Stunde kaltstellen. So dünn wie möglich ausrollen, ich habe eine Nudelmaschine verwendet. Falls der Teig beim Ausrollen trotz aller Vorsicht noch reißt, mit angefeuchteten Händen kneten, bis er etwas geschmeidiger wird. In schmale Rechtecke von ca. 4 cm x 8 cm schneiden.

Gundermann sammeln, er wächst auf eher schattigen Wiesen. Die Blätte und Blüten abzupfen. Die Blätter hacken und unter den Ricotta mischen, mit reichlich Salz und Pfeffer würzen – der Nudelteig schwächt den Geschmack später ab. Außerdem macht sich etwas Waldmeister in der Füllung meiner Meinung nach gut.

Auf jedes Teigrechteck einen Teelöffel Füllung geben, zuklappen und am den Rand fest andrücken. Alle Ravioli für etwa fünf Minuten in sprudelnd kochendem Salzwasser garen.
Währenddessen die Butter in einer Pfanne zerlassen, das Ölivenöl hinzugeben und die Bärlauchknospen bei geringer Hitze Farbe nehmen lassen.

Ravioli und Bärlauchknospen anrichten und mit dem Brattfett begießen, mit den Blüten des Gundermann bestreuen und am Tisch nach Wunsch Fetakrümel hinzugeben.

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Ich esse also Jage ich, Buch, Fabian Grimm, Haut-gout.de, Vom Jäger zum Vegetarier, Cover

Ich esse, also jage ich

Über die Gedanken und Erfahrungen, die mich zu dem Entschluss geführt haben, die Jägerprüfung abzulegen und den unerwarteten Veränderungen, die diese Entscheidung auch für andere Lebensbereiche bedeutet hat, habe ich ein Buch geschrieben

»Ich esse, also jage ich – wie ich vom Vegetarier zum Jäger wurde« ist im Ullstein Verlag.erschienen und für 16 € im Buchhandel erhältlich.

Über mich:

Ich bin Fabian Grimm, herzlich wilkommen auf meinem Blog. Ich bereite hier ausschließlich Wild zu: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.
Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben – und zeigen.

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