… eigentlich wollte ich Steinpilze finden.

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Steinpilze, Doberniggel, Herrenpilz, Schwammerl

Ich will mich nicht beschweren: 2018 war ein miserables Pilzjahr, eine echte Katastrophe. Einen einzigen Birkenpilz habe ich entdeckt, der hatte die Trockenheit irgendwie überstanden, ansonsten – nix!
Dieses Jahr läuft es erheblich besser. Es hat immer mal ein bisschen geregnet, und wenn ich in den Wald gehe, sehe ich seit ein paar Tagen tatsächlich Pilze. Eine echte Erleichterung, ich hatte letztes Jahr ein bisschen befürchtet, dass die Bodentrockenheit auch das unterirdische Myzel der Pilze so stark beschädigen könnte, dass auch dieses Jahr keine Fruchtkörper auftauchen würden.

Pilzsaison?

Nun ist heute der letzte Donnerstag im Monat, und das bedeutet, dass es Zeit für „Saisonal schmeckt’s besser“ ist: Zusammen mit etwa 30 anderen Foodbloggerinnen und Foodbloggern widme ich mich da immer saisonalen Gewächsen. Steinpilze hatte ich mir vorgenommen, die ersten finde ich oft schon Ende Juli, und im August ist Erntezeit (auch, weil da noch kaum jemand gezielt „in die Pilze“ geht, aber das würde ich nie laut sagen).

Eine Handvoll Steinpilze habe ich dann auch gefunden und verkocht: mit Pasta, in einer Cognac-Sahnesauce mit viel schwarzem Pfeffer… Aber das ganze nicht fotografiert. Keine Lust, keine Zeit, einfach nur essen und genießen, ganz ohne Internet, wie normale Leute.
Ein klarer Fehler: Es sind bis heute die einzigen Steinpilze geblieben. Ein anderes saisonales Gemüse hatte ich mir nicht ausgesucht, nichts probegekocht und erst recht nichts fotografiert, weil ich dachte, ich kann mich auf die Steinpilze verlassen. An dieser Runde „Saisonal schmeckts besser“ teilnehmen wollte ich trotzdem unbedingt, denn es wird für eine Weile die letzte die letzte sein: Ab jetzt läuft das ganze dreimonatig, erst im November bloggen wir wieder gemeinsam.

Die rettende Glucke

Es blieb nur ein Kraftakt. Hund an den Strick, Messer in die Tasche und Korb in die Faust – Steinpilze finden, vorher gehe ich nicht nach Hause! Naja. Am Ende bin ich mit einer „Krausen Glucke“ heimgekommen, schon ein bisschen trocken, aber immerhin ein wirklich ausgesprochen leckerer Speisepilz. Ich habe die ursprünglich geplante Steinpilz-Pasta dann mit der Glucke zubereitet und fotografiert, und bilde mir ein, dass es mit ihr sogar noch ein bisschen besser geschmeckt hat.

Die Krause Glucke ist ein Speisepilz, der immer unter Kiefern wächst

Rezept (2 Personen)

eine „Krause Glucke“ (unter Kiefern suchen)
250 g Nudeln
zwei Schalotten, in Ringen
50 g Butter
40 ml Cognac
1 Becher saure Sahne
Salz, grob gemahlener schwarzer Pfeffer

Das Rezept ist simpel, ich möchte den Pilz schmecken, nicht mit anderen Aromen erschlagen: Eine Krause Glucke suchen, finden, putzen und in grobe Stücke schneiden. Die Nudeln kochen, währenddessen die Schalotten in der Butter dünsten, bis sie glasig werden. die Pilzstücke dazugeben und einige Minuten mitbraten. Mit Cognac ablöschen, und die Flüssigkeit weitestgehend verkochen lassen, dann die Pfanne vom Herd nehmen, akühlen lassen und Sahne und Nudeln unterrühren. Mit Salz und reichlich Pfeffer abschmecken, eventuell auch einen Hauch Estragon dazugeben.

Die saisonalen Rezepte der anderen:

Kleiner Kuriositaetenladen Schoko-Zucchini-Muffins
Möhreneck Pilz-Crostini
Madam Rote Rübe Geschmortes Chinakohlgemüse mit süß-scharfer Ingwer-Knoblauch-Sauce und Getreide-Beilage
Lebkuchennest Dreierlei Hummus von Mais, Karotte und Spinat
Nom Noms food Brokkoli Grilled Cheese Sandwich mit extra viel Cheedar und Gouda Käse
Küchenlatein Auberginen und Zucchini mit Rosmarin und Fenchelsaat
Obers triftt Sahne Auberginenröllchen in Tomatensoße
Feed me up before you go-go Roher Zucchini-Brombeer-Salat mit Blaubeer-Dressing
Brotwein Auberginenauflauf mit Tomate und Schafskäse
Delicious Stories Sommersalat mit Fenchel, Zucchini, Tomate, Burrata & Erdnüssen
Jankes*Soulfood Bunter Sommergemüse-Eintopf
moey’s kitchen Sommer-Pasta mit geschmorten Tomaten und Burrata
S-Küche Sommerliche Focaccia Variationen – mit Tomaten, Oliven, Feigen
Ye Olde Kitchen Paprika-Pilz-Pfanne auf Kartoffelstampf
Ina Is(s)tGefüllte Zucchini mit schwarzen Bohnen, Feta und Paprika

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Ich esse also Jage ich, Buch, Fabian Grimm, Haut-gout.de, Vom Jäger zum Vegetarier, Cover

Ich esse, also jage ich

Über die Gedanken und Erfahrungen, die mich zu dem Entschluss geführt haben, die Jägerprüfung abzulegen und den unerwarteten Veränderungen, die diese Entscheidung auch für andere Lebensbereiche bedeutet hat, habe ich ein Buch geschrieben

»Ich esse, also jage ich – wie ich vom Vegetarier zum Jäger wurde« erscheint am 27. September im Ullstein Verlag.

Über mich:

Ich bin Fabian Grimm, herzlich wilkommen auf meinem Blog. Ich bereite hier ausschließlich Wild zu: Das hat mit Freude am Selbermachen zu tun, mit ehrlicher, regionaler Ernährung, und vor allem mit Tieren, die ihre Bedürfnisse und Instinkte in Freiheit ausleben konnten.
Als Jäger verarbeite ich Tiere vom Lebewesen zum Lebensmittel. Töten und ausnehmen, zerteilen und zubereiten kann ich noch als Einheit erleben – und zeigen.

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